Sie befinden sich ab sofort auf der Webseite des BVL.
Sie kommen von der Webseite  

Tipps
für Eltern /Wie können
Sie Ihr Kind unterstützen

Wenn ein Kind Legasthenie hat, dann ist das auch für die Eltern eine belastende Situation. Sie merken, dass sich Ihr Kind in der Schule viel schwerer tut als die anderen Kinder. Sie erleben, dass Ihr Kind ständig mit neuen Herausforderungen und Misserfolgen kämpfen muss. Sie wollen helfen, wissen aber nicht, was Sie tun können. Und Sie fragen sich vielleicht „Warum ausgerechnet mein Kind?“ Wir helfen Ihnen! Mit guter Förderung und starkem Rückhalt stehen Ihrem Kind alle Wege offen.

Gemeinsam stark sein

Wenn Ihr Kind eine Lese- und/oder Rechtschreibstörung hat, dann ist Verständnis, Rückhalt und Geborgenheit in der Familie die wichtigste Unterstützung, die Sie Ihrem Kind geben können. Denn Sie als Eltern sind die engsten Bezugspersonen. Stellen Sie sich nicht die Frage „Warum mein Kind?“, sondern suchen Sie nach Hilfen, informieren Sie sich und unterstützen Sie Ihr Kind tatkräftig, seinen Weg zu finden. Bei einer guten Förderung und Unterstützung stehen ihm alle Wege offen.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber

  • Geben Sie Ihrem Kind Informationen über Legasthenie und beschreiben Sie die Lernstörung als das, was sie ist – eine besondere Herausforderung, die zu nehmen ist.

     Für viele Kinder ist es schwierig zu verstehen, was eine Legasthenie ist.Der Beitrag "Was ist LRS" aus der "Sendung mit der Maus" bietet Eltern eine gute Unterstützung, um Kindern dieses komplexe Thema einfach zu erklären. Die zehnjährige Elin berichtet über ihre Legasthenie. Ralph möchte mehr darüber wissen und findet heraus, was bei einer LRS Diagnose im Gehirn passiert.

  • Verdeutlichen Sie Ihrem Kind, dass es viele andere gibt, die das gleiche Problem haben. Erklären Sie ihm, dass diese Lernbeeinträchtigung nichts mit seiner Intelligenz und seinen Begabungen zu tun hat. Geben Sie positive Beispiele für Menschen, die ebenfalls Legasthenie haben.
  • Schaffen Sie klare Perspektiven für Ihr Kind. Beschreiben Sie ihm, wie Sie als Familie mit der Unterstützung durch die Schule, den Therapeuten und den Lehrkräften das Problem gemeinsam angehen werden.

Nehmen Sie Druck raus

Machen Sie der Überforderungsspirale und Versagensängste gleich zu Hause ein Ende. Das geht zum Beispiel, wenn Sie die Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten Ihres Kindes nicht zum Hauptthema in der Familie werden lassen.

Erwarten Sie keine kurzfristigen Erfolge

Machen Sie sich bewusst, dass es ein langer Weg wird, den die Familien gemeinsam gehen muss. Misserfolge gehören für uns alle zum Leben dazu, doch am Ende zählen nur die Erfolge.

Wecken Sie die Lernmotivation Ihres Kindes

Wecken Sie die Lernmotivation Ihres Kindes und belohnen es für seine Bemühungen.

Fördern Sie die Stärken Ihres Kindes
Leider werden in der Schule und Ausbildung Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene meist an ihren Schwächen festgemacht. Auch zu Hause stehen oftmals die Dinge im Mittelpunkt, die das Kind nicht wunschgemäß „absolviert“ hat. Jedes Kind kann sich nur zu einer starken Persönlichkeit entwickeln,wenn seine Stärken erkannt und gefördert werden. Kinder, die ihre Stärken kennen, können auch besser mit ihren Schwächen umgehen, was hilft, die schulischen Herausforderungen besser zu meistern. Geben Sie Ihrem Kind ausreichend Freiräume, seine Stärken zu entwickeln, sei es im Sport, in einemHobby, in der Musik oder bei allen anderen Interessen.

Werden Sie aktiv

Nehmen Sie Beratungsangebote in Anspruch

Der Umgang mit Legasthenie beim eigenen Kind ist eine große Aufgabe. Lassen Sie sich helfen! Neben fundiertem Hintergrundwissen bieten wir unseren Mitgliedern individuelle Beratungsangebote sowie viele nützliche Tipps zur Hilfe und Selbsthilfe. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind im Umgang mit der Legasthenie optimal unterstützen können oder besuchen Sie eine unserer Veranstaltungen, wie z.B. unsere Elternfortbildung.

Beratungsangebote unserer Landesverbände

Der BVL und seine Landesverbände werden hauptsächlich von betroffenen Eltern getragen. Wir können die Anliegen von Eltern gut nachvollziehen und praxisnahe Unterstützung anbieten.
Sie sollten zusätzlich den Austausch mit den Lehrern Ihres Kindes suchen, mit den LRS-Fachkräften,dem Schulleiter, Schulpsychologen, Beratungsstellen und gut qualifizierten Therapeuten. Je mehr Kontakte Sie geknüpft haben, umso besser können Sie einschätzen, wer gute Hilfe leisten kann und was Sie in die Wege leiten sollten. Wir alle wissen, dass Zeit die knappste Ressource der Welt ist. Oftmals dauert es einige Zeit, bis man einen Beratungstermin erhält. Wenn es aber schon „5 vor 12“  ist und Sie dann versuchen müssen, schnell Hilfe zu finden, dann wird es schwer werden, alle notwendigen Unterstützeran Bord zu holen.
Also suchen Sie die Kontakte so früh wie möglich und bleiben Sie im Gespräch.
Informieren Sie sich über unsere BVL-Ratgeber

Die BVL-Ratgeber, die Sie auf unserer Webseite zum kostenfreien Download finden, bieten Ihnen viele hilfreiche Informationen. Die Printfassungen unserer Ratgeber können Sie im BVL-Shop bestellen.

Ferner informiert unser A-Z Info-Mailing für Sie kostenfrei zu den Themen Legasthenie und Dyskalkulie.

Werden Sie vor Ort aktiv
Die Lehrkräfte an den Schulen sind heute mit einer Vielzahl von Herausforderungen belastet. Auch deshalb kommt der Hilfe zur Selbsthilfe immer größere Bedeutung zu.
Fangen Sie doch klein an und verbünden sich mit Eltern, die ebenfalls ein Kind mit Legasthenie haben, oder gründen Sie einen Arbeitskreis „Legasthenie“ an Ihrer Schule. Laden Sie die LRS-Fachkraft, den Schulpsychologen, denBeratungslehrer, Schulleiter und Experten ein, um zu prüfen, was man zur Unterstützung der Schüler tun kann. Erarbeiten Sie gemeinsam ein Schulkonzept. Fangen Sie an und helfen Sie mit, damit sich etwas bewegt. Man muss sich oftmals selbst zuerst bewegen, damit sich etwas bewegt.
 
Es ist nicht immer einfach, sich neben Familie und Beruf noch ehrenamtlichzu engagieren. Aber wenn man sich austausch und, auf den Erfahrungen anderer aufbaut, dann muss das Rad nicht immer neu erfunden werden. Eltern haben hier viele Möglichkeiten, die Zukunft ihres Kindes positiv zu gestalten. Initiieren Sie eine Selbsthilfegruppe für Eltern vor Ort. Der BVL und seine Landesverbände stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite. In unserem Mitgliederbereich finden Sie ein Handbuch für Leiter von Selbsthilfegruppen mit vielen hilfreichen Informationen.
Werden Sie Mitglied

Ihre Vorteile:

  • individuelle Beratung und kompetente Unterstützung bei all Ihren Fragen durch persönliche Ansprechpartner
  • interner Mitgliederbereich
  • kostenfreies Abonnement unserer Mitgliederzeitschrift
  • kostenfreie Teilnahme an den monatlichen Veranstaltungen des BVL-Online-Forums
  • vergünstige Teilnahmepreise bei Veranstaltungen

jetzt Mitglied werden

"Kinder, ob mit oder ohne Behinderung, brauchen alle unsere Aufmerksamkeit und Hilfe, und dafür lohnt es sich zu kämpfen."

Vater eines Sohnes mit Legasthenie

Lerntipps bei Legasthenie

Wenn Sie Ihr Kind zuhause fördern möchten, dann sollten Sie dies im Vorfeld auf jeden Fall mit Fachleuten, wie z.B. Legasthenietherapeuten abklären. Es ist nicht immer sinnvoll, in der Familie zu üben. Es könnte die Familiensituation oder das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Kind belasten. Sollte dies der Fall sein, dann überlassen Sie die Lese-Rechtschreib-Förderung lieber Außenstehenden. Wenn Sie jedoch als „Co-Therapeut“ regelmäßig mit Ihrem Kind üben, sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Stimmen Sie sich eng mit den Lehrkräften und dem Therapeuten Ihres Kindes über die Details und das Vorgehen ab.

  • Sie werden über einen längeren Zeitraum hinweg ausreichend Zeit für das regelmäßige Üben benötigen.
  • Sorgen Sie für eine entspannte, unbelastete Atmosphäre zwischen Ihnen und Ihrem Kind und vermeiden Sie Drucksituationen und Gewissensbisse.
    Denken Sie daran, dass alle gut gemeinten Unterstützungsmaßnahmen das Kind nicht zu sehr zusätzlich belasten dürfen. Ein Kind braucht auch Zeit zum Spielen, für Freunde, Hobbys oder einfach einmal zum Entspannen. Schule und Hausaufgaben sind bereits eine hohe zeitlicheBelastung.
  • Nutzen Sie geeignete Lernsoftware.

  • Das Erlernen von Fremdsprachen stellt Schüler mit Legasthenie vor besondere Herausforderungen. Der Beitrag von Prof. Elke Schneider (pdf) zeigt forschungsbelegte Vorschläge auf, die helfen, mit Lernstrategien bessere Lernerfolge beim Erlernen der Fremdsprache Englisch zu erzielen. In unserem Mitgliederbereich finden Sie Informationen zur Fremdsprachenwahl, auch bietet unser BVL-Shop informative Ratgeber mit praktischen Tipps zum Fremdsprachenlernen bei Legasthenie für Englisch, Französisch und Latein. 

 

© 2022 · Impressum · Datenschutz