Tipps
für Eltern /Wie können
Sie Ihr Kind unterstützen

Wenn ein Kind Legasthenie hat, dann ist das auch für die Eltern eine belastende Situation. Sie merken, dass sich Ihr Kind in der Schule viel schwerer tut als die anderen Kinder. Sie erleben, dass Ihr Kind ständig mit neuen Herausforderungen und Misserfolgen kämpfen muss. Sie wollen helfen, wissen aber nicht, was Sie tun können. Und Sie fragen sich vielleicht „Warum ausgerechnet mein Kind?“. Wir helfen Ihnen! Mit guter Förderung und starkem Rückhalt stehen Ihrem Kind alle Wege offen.

Gemeinsam stark sein

Wenn Ihr Kind eine Lese- und/oder Rechtschreibstörung hat, dann ist Verständnis, Rückhalt und Geborgenheit in der Familie die wichtigste Unterstützung, die Sie Ihrem Kind geben können. Denn Sie als Eltern sind die engsten Bezugspersonen.

Klären sie Ihr Kind auf

  • Geben Sie Ihrem Kind Informationen über Legasthenie und beschreiben Sie die Lernstörung als das, was sie ist – eine besondere Herausforderung, die zu nehmen ist.
  • Verdeutlichen Sie Ihrem Kind, dass es viele andere gibt, die das gleiche Problem haben. Erklären Sie ihm, dass diese Lernbeeinträchtigung nichts mit seiner Intelligenz und seinen Begabungen zu tun hat. Geben Sie positive Beispiele für Menschen, die ebenfalls Legasthenie haben.
  • Schaffen Sie klare Perspektiven für Ihr Kind. Beschreiben Sie ihm, wie Sie als Familie mit der Unterstützung durch die Schule, Lehrer*innen und Therapeut*innen das Problem gemeinsam angehen werden.

Nehmen Sie Druck raus

Machen Sie der Überforderungsspirale und Versagensängste gleich zu Hause ein Ende. Das geht zum Beispiel, wenn Sie die
Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten Ihres Kindes nicht zum Hauptthema in der Familie werden lassen.

  • Machen Sie sich bewusst, dass es ein langer Weg wird, den die Familie gemeinsam gehen muss und erwarten Sie keine kurzfristigen Erfolge.
  • Misserfolge gehören für uns alle zum Leben dazu, doch am Ende zählen nur die Erfolge.
  • Wecken Sie die Lernmotivation Ihres Kindes und belohnen es für seinen Fleiß.
  • Lesen ist wichtiger als Rechtschreibung. Die Lesekompetenz Ihres Kindes ist für den Wissenserwerb in allen Fächern wichtig.

Holen Sie sich Hilfe

Der Umgang mit Legasthenie beim eigenen Kind ist eine große Aufgabe. Lassen Sie sich helfen! Neben fundiertem Hintergrundwissen bieten wir unseren Mitgliedern individuelle Beratungsangebote sowie viele nützliche Tipps zur Hilfe und Selbsthilfe. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind im Umgang mit der Legasthenie optimal unterstützen können oder besuchen Sie eine unserer Veranstaltungen, wie z.B. unsere Elternfortbildung.

Im Elternratgeber über Legasthenie sowie in unserem A-Z Info Mailing Legasthenie finden Sie weitere, ausführliche Informationen.

Lerntipps bei Legasthenie

Wenn Sie Ihr Kind zuhause fördern möchten, dann sollten Sie dies im Vorfeld auf jeden Fall mit Fachleuten, wie z.B. Legasthenietherapeut*innen abklären. Es ist nicht immer sinnvoll, in der Familie zu üben. Es könnte die Familiensituation oder das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Kind belasten. Sollte dies der Fall sein, dann überlassen Sie die Lese-Rechtschreib-Förderung lieber Außenstehenden. Wenn Sie jedoch als „Co-Therapeut*in“ regelmäßig mit Ihrem Kind üben, sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Stimmen Sie sich eng mit den Lehrkräften und der/dem Therapeut*in Ihres Kindes über die Details und das Vorgehen ab.
  • Sie werden über einen längeren Zeitraum hinweg ausreichend Zeit für das regelmäßige Üben benötigen.
  • Sorgen Sie für eine entspannte, unbelastete Atmosphäre zwischen Ihnen und Ihrem Kind und vermeiden Sie Drucksituationen und Gewissensbisse.
  • Nutzen Sie geeignete Lernsoftware.

  • Das Erlernen von Fremdsprachen stellt Schüler*innen mit Legasthenie vor besondere Herausforderungen. Der Beitrag von Prof. Elke Schneider (pdf) zeigt forschungsbelegte Vorschläge auf, die helfen, mit Lernstrategien bessere Lernerfolge beim Erlernen der Fremdsprache Englisch zu erzielen. In unserem Mitgliederbereich finden Sie Informationen zur Fremdsprachenwahl, auch bietet unser BVL-Shop informative Ratgeber mit praktischen Tipps zum Fremdsprachenlernen bei Legasthenie für Englisch, Französich und Latein. 

 

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