Legasthenie-Diagnose

Für individuellen Förderunterricht und Nachteilsausgleich in der Schule sowie eine ganzheitliche außerschulische Förderung ist die genaue Diagnostik besonders wichtig. Im Vorfeld der Diagnose empfehlen wir Ihnen die enge Abstimmung mit Schule und Lehrern. 
Für die Diagnostik und Förderung der von einer Legasthenie betroffenen Kinder und Jugendlichen sind in der S3-Leitlinie klare fachübergreifende Richtlinien benannt. Ausführliche Informationen zur S3-Leitlininie finden Sie im unteren Teil unserer Info-Seite: Was ist Legasthenie
Und auch der Informationsfilm Diagnose Legasthenie bietet weitere Erläuterungen. Hier geht es zu den BVL Filmen in der Mediathek.

Wer diagnostiziert?

Die Diagnose einer Lese-Rechtschreibstörung ist durch Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zu stellen.

Was findet Beachtung?

Schulleistungen und Lernstand

  • Schulbericht und Leistungsstand, individuelle Lernentwicklung sowie Noten und Leistungen in weiteren Schulfächern
  • Lese-Probe: Leseverständnis, -geschwindigkeit und Lesegenauigkeit
  • Rechtschreibung
  • Intelligenzdiagnostik, möglichst sprachfrei

Gesamtentwicklung und Folgeprobleme

  • Sprachliche und motorische Entwicklung
  • Seh- und Hörleistung
  • Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Sozialverhalten
  • Seelische Belastung
  • Psychosomatische Beschwerden (etwa Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit)

Rahmenbedingungen / äußere Faktoren

  • Art der Schule und Qualität des Unterrichts
  • Häufigkeit Klassen- und/oder Schulwechsel
  • Schulische Motivation
  • Bereits erfolgte Fördermaßnahmen
  • Familiäre Situation

Bitte beachten Sie!

In manchen Legasthenie-Erlassen zur schulischen Förderung ist es entscheidend für den Nachteilsausgleich, ob es sich um eine Lese-Rechtschreibstörung oder Lese- und Schreibschwäche handelt.

Die Richtwerte bei einer Legasthenie/Lese-Rechtschreibstörung

Eine Legasthenie-Diagnose ist an folgenden Kriterien orientiert:

  • Die Leseleistung und/oder Rechtschreibleistung liegt deutlich unter dem für das Alter, die Klassenstufe und die Intelligenz des Kindes zu erwartenden Stand.
  • Die individuellen Abweichungen der Leistungen in den einzelnen Lernbereichen liegen mindestens unterhalb der durchschnittlichen Abweichungen der entsprechenden Alters- und Klassenstufe im jeweiligen Leistungsbereich.