Was sind die Ursachen
einer Dyskalkulie?

Numerische Fähigkeiten sind weitgehend unabhängig von Intelligenz und dem Erwerb verschiedener Kompetenzen, bspw. der Sprachkompetenz. Sie bilden eine autonome Einheit unserer kognitiven Begabungen. Welche konkreten Ursachen eine Dyskalkulie hat, ist jedoch noch lange nicht vollständig geklärt. Forscher gehen von einer komplexen Kombination unterschiedlicher Faktoren aus, aus der sich die Rechenstörung entwickelt.

Die Faktoren

Genetik

Familien- und Zwillingsstudien unterstützen die Annahme, dass eine Rechenstörung erblich bedingte Ursachen haben kann. Hat bereits ein Geschwisterteil Dyskalkulie, so ist das Risiko um das 5- bis 10-fache erhöht, dass auch der andere Geschwisterteil Rechenprobleme entwickelt. Bei eineiigen Zwillingen, die genetisch identisch sind, steigt das Risiko sogar um das 12-fache.

Ausführliche Infos zu den genetischen Ursachen einer Dyskalkulie finden Sie demnächst in unserem Mitgliederbereich.

Neurobiologie

Die Fähigkeit, Grundrechenarten anzuwenden oder mathematische Aufgabenstellungen zu lösen, erfordert das Zusammenspiel mehrerer Gehirnregionen. Man geht von einem neuronalen Netzwerk unterschiedlicher Areale aus, welches am Rechnen beteiligt ist. Dieses Netzwerk scheint bei Dyskalkulie verändert zu sein.

Studien weisen darauf hin, dass Dyskalkulie u.a. mit untypischen Entwicklungen und veränderten Aktivitäten mehrerer Gehirnregionen einhergeht. Folgende Funktionsweisen können demnach modifiziert sein:

  • das numerische Mengenverständnis
  • die sprachliche Verarbeitung von Faktenwissen (z.B bei einstelligen Multiplikationen)
  • das Verständnis für Zahlenräume

Weitere Infos hierzu erhalten Sie demnächst in unserem Mitgliederbereich.

Kognition (Denk- und Wahrnehmungsprozesse)

Einige kognitive Bereiche sind indirekt auch für das Rechnen relevant, womit sie wiederum Auswirkungen auf die Rechenleistung haben können. Diese Bereiche sind u.a.:

  • Arbeitsgedächtnis
  • Verarbeitung von schnell aufeinander folgenden Reizen
  • Aufmerksamkeit
  • Verarbeitungsgeschwindigkeit

Mehr zu Kognition und Verhalten im Zusammenhang mit Dyskalkulie finden Sie demnächst in unserem Mitgliederbereich.

Mögliche Begleiterkrankungen und Folgeprobleme einer Dyskalkulie

Die psychische Belastung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Dyskalkulie ist enorm. Bereits in der Schule sind sie häufig mit Misserfolgen konfrontiert. Dazu kommen dann noch die Schwierigkeiten mit alltäglichen Situationen, wie dem Lesen der Uhr oder dem Abzählen von Geld. Belastungsdruck, Leistungsdruck und das Gefühl des Versagens ziehen häufig weitere Probleme und Symptome nach sich, sogenannte Komorbiditäten.

Komorbiditäten sind Begleiterkrankungen, die überzufällig häufig gemeinsam mit einer schon bestehenden Grundsymptomatik auftreten. Wichtig ist, sie frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Erkrankungen, deren direkte Ursache eine Dyskalkulie ist, können bei rechtzeitiger und angemessener Unterstützung und Förderung des Kindes oft verhindert werden.

Häufige Komorbiditäten bei Dyskalkulie sind:

  • Matheangst bis hin zu Angststörungen und Vermeidungsverhalten
  • schulische Probleme (Hausaufgabenkonfliktem, Motivationsverlust, generelles Leistungsversagen)
  • psychosomatische Beschwerden (Kopfschmerzen, Bauchweh, Übelkeit)
  • psychische und soziale Belastung (Selbstwertverlust, Schuldgefühle, Rückzug)

  • ADHS
  • depressive Störung
  • Störung des Sozialverhaltens

Weitere Informationen zu Begleiterkrankungen von Dyskalkulie erhalten Sie demnächst in unserem Mitgliederbereich.

 

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