Hilfen für Lehrer in der schulischen Förderung bei Legasthenie/LRS

Die individuelle schulische Förderung für Kinder mit einer Lese-Rechtschreibstörung/LRS ist in der Grund- und auch in der Sekundarschule von entscheidender Bedeutung. Auf Basis einer vorliegenden, fundierten Diagnose können Lehrer und Eltern gemeinsam für Hilfestellung und Unterstützung sorgen. Der Förderansatz sollte sich am individuellen Lernstand und an den bestehenden Schwierigkeiten orientieren. Dabei sind folgende Schwerpunktbereiche und die entsprechenden evaluierten Trainingsprogramme grundlegend.

Förderung der Lesefertigkeiten

Bei Schwächen in der phonologischen Bewusstheit

  • Übungen zum Identifizieren, Kategorisieren, Segmentieren, Streichen oder Diskriminieren von Silben und Lauten in Wörtern.

Bei Schwächen in der Lesegenauigkeit

Schwierigkeiten in der Buchstabe-Laut-Zuordnung: einzelne Buchstaben zu benennen, sie mit entsprechenden Lauten zu verbinden und diese Laute aufzuschreiben. Das Lesen ist sehr fehlerhaft und Laute können nur stockend zu Wörtern verbunden werden. Eventuell sind auch das Leseverständnis und die Rechtschreibung erheblich eingeschränkt.

  • Buchstaben werden vorgestellt sowie ihre Verknüpfung mit Buchstaben eingeübt.

Bei Schwächen in der Leseflüssigkeit

Das Lesen ist sehr langsam und fehlerhaft und wird Buchstabe für Buchstabe erarbeitet, Ihr Schüler kann sich geschriebene Wörter und Wortteile nicht einprägen, dadurch ist die Lesegeschwindigkeit beeinträchtigt und dadurch kann auch das Leseverständnis eingeschränkt sein.

Übungen zur Einsicht in die Sprach-Struktur:

  • Wortteile (Silben und Morpheme) erkennen, Wörter in kleinere Teile (Laute, Silben, Morpheme) untergliedern oder Wortteile zu Wörtern zusammenfügen.
  • Wortteile zunehmend als Einheit in Wörtern und Texten erkennen und abrufen sowie Buchstabengruppen, die häufig in Wörtern vorkommen: Konsonantenkombinationen, Silben und Morpheme.

Bei Schwächen im Leseverständnis

Hier gilt es zu klären, wo die Gründe für das Leseverständnisdefizit liegen, um eine passende Förderung zu ermöglichen:

  • Schwierigkeiten in der Lesegenauigkeit und Lesegeschwindigkeit oder
  • Sprachentwicklungsstörungen mit Defiziten im Wortschatz oder aber auch in Syntax und Grammatik.

Förderung der Schreibfertigkeiten und des orthographischen Regelwisssens

Zu den empfohlenen Förderprogrammen bei Lese-Rechtschreibstörung

Bei Schwächen im lautgetreuen Schreiben

  • Stärkung der Silben- und Lautbewusstheit sowie -wahrnehmung.
  • Übungen zum Identifizieren, Kategorisieren, Segmentieren, Streichen oder Diskriminieren von Silben und Lauten in Wörtern.
  • Training der Laut-Buchstabe Zuordnung durch Übungen zum Abspeichern der Verknüpfung zwischen Lauten und Buchstaben.

Bei Schwächen im orthographischen Schreiben

Das orthographische Schreiben lässt sich vor allem durch systematische Instruktionen von Rechtschreibregeln verbessern. Diese Verfahren enthalten zum Beispiel folgende Übungen:

  • Wahrnehmung von Lauten und Silben in Wörter und deren Verbindung zu Rechtschreibregeln.
  • Die Gliederung von Wörtern in Silben und Morpheme, um das Einprägen der Rechtschreibregeln zu unterstützen und die Verbindung zwischen Silben und Morphemen und den Rechtschreibregeln zu verdeutlichen.
  • Training zum Verständnis semantischer Beziehungen zwischen Wortstämmen und Vor- sowie Nachsilben (zum Beispiel Bedeutungsveränderung durch das Hinzufügen von Vor- und Nachsilben).

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