Ausserschulische
und schulische Förderung

Sie sind auf der Suche nach geeigneten Fördermaterialien für sich, Ihr Kind oder Ihre Schüler*innen? Die Palette ist groß und die richtige Wahl nicht immer einfach. Wir unterstützen Sie bei der Suche!

Lernsoftware

Die ergänzende Nutzung von Lernsoftware-Programmen ist sowohl beim Lesen- und Schreibenlernen als auch für die Verständnisförderung beim Rechnen häufig sehr hilfreich und bietet den betroffenen Kindern einen spielerischen Zugang zum Lernen.

Um die Lernfortschritte kontinuierlich zu begleiten und zu unterstützen, stehen mittlerweile einige Lernprogramme zur Verfügung, die zum Teil evaluiert sind und auf unterschiedliche Lernstände  beim Lesen und Schreiben eingehen. Die evaluierten Programme sind mit den entsprechenden Literaturhinweisen versehen.

Die Nutzung von Lernsoftware kann jedoch keinesfalls eine professionelle Therapie ersetzen.

Empfehlungen Lernsoftware Lesen und Schreiben

ConText (Lesen - Sekundarstufe)

ConText ist ein intelligentes tutorielles System zur Verbesserung des Leseverständnisses von Schüler*innen der Sekundarstufe I und II. Das Computerprogramm enthält 20 Sachtexte verschiedener Schwierigkeitsgrade, deren Inhalte die Schüler*innen am Rechner schriftlich zusammenfassen sollen. ConText analysiert diese Zusammenfassungen automatisch und gibt individuelle Rückmeldung.

Die Bearbeitung eines Textes erfordert je nach Fähigkeit des Nutzers zwischen einer und zwei Schulstunden.

mehr Infos: https://www.psychometrica.de/context.html

Hinweis zur Evaluierung

Lenhard, W., Baier, H., Endlich, D., Lenhard, A., Schneider, W., & Hoffmann, J. (2012). Computerunterstützte Leseverständnisförderung: Die Effekte automatisch generierter Rückmeldungen. Zeitschrift für pädagogische Psychologie.

Der neue Karolus (Lesen)

Eine Lernsoftware zum Kieler Lese- und Rechtschreibaufbau für computergestütztes Training von Buchstaben, Silben und Wörtern. Die Software enthält jeweils vier Lese- und Schreibspiele mit individuell einstellbarem Schwierigkeitsgrad. Der Bereich Lesen ist nach den Stufen des Kieler Leseaufbaus strukturiert, der Bereich Schreiben nach den Stufen des Kieler Rechtschreibaufbaus.

In "Lesen 1" trainieren die Schüler zunächst Buchstaben und Silben aus den Stufen 1-4 des Kieler Leseaufbaus. "Lesen 2" entspricht den Stufen 5-6 des Kieler Leseaufbaus, in dem die sogenannten Stopp-Konsonanten – also p, t, k und b, d, g – hinzukommen. In "Lesen 3" folgen ganze Wörter mit Konsonantenverbindungen am Wortanfang oder in der Wortmitte, wie in Stufe 11-12 des Kieler Leseaufbaus vorgesehen.

Im Schreibbereich arbeiten die Schüler mit Wörterdateien, die in unterschiedliche Bereiche gegliedert sind. Für jeden Schüler lassen sich eigene Wörterlisten erstellen.

Das Lernprogramm kann als Ergänzung zu einer professionellen Legasthenie-Therapie eingesetzt werden.

Dybuster Orthograph (Rechtschreibung)

Das Rechtschreib-Lernprogramm Orthograph wurde mit Neurowissenschaftlern und Informatikern der ETH Zürich entwickelt und ist besonders geeignet für Menschen mit Lese- und/oder Rechtschreibstörung. Gefördert wird die Entwicklung und das Zusammenspiel unterschiedlicher Gehirnbereiche, die am Rechtschreib-Lernprozess beteiligt sind. Trainiert wird der Grundwortschatz Deutsch, sowie die Fremdsprachen Englisch und Französisch. Es ist beliebig ausbau- und mit eigenen Modulen erweiterbar. Orthograph kann ab der 1. Klasse bis ins Erwachsenenalter eingesetzt werden.

Mehr Infos: https://dybuster.de/de/orthograph/

Hinweis zur Evaluierung

Wissenschaftliche Studien wiesen für Orthograph eine Fehlerreduktion nach 12 Wochen Training nach.  Der Unterschied zwischen den trainierenden und nicht trainierenden Kindern ist signifikant mit mittleren bis großen Effektstärken.

Kast M., Meyer M., et al., 2007. Computer-based multisensory learning in children with developmental dyslexia. Restorative Neurology and Neuroscience 25

Kast M., Baschera G.-M., et al., 2011. Computer-based learning of spelling skills in children with and without dyslexia. Annals of Dyslexia

Der Unterschied zwischen den trainierenden und nicht trainierenden Kindern ist signifikant mit mittleren bis großen Effektstärken.

Lautarium (Lesen & Rechtschreibung)

Das Lernsoftware-Programm für Dritt- und Viertklässler mit Lese-Rechtschreibstörung (LRS) sowie Erst- und Zweitklässler mit Problemen beim Schriftspracherwerb ist auf die Förderung der Phonem-Wahrnehmung, der phonologischen Bewusstheit und des lautgetreuen Lesens und Schreibens angelegt. Dabei werden diese Fertigkeiten auf die Schriftsprache direkt angewendet und trainiert. Die integrierte Verarbeitung phonologischer und orthographischer Einheiten wird im Trainingsprogramm durch das Agieren mit unterschiedlichen "Bausteinen" umgesetzt, die jeweils Phoneme oder Grapheme repräsentieren. Durch jeweils angepasste Lerneinheiten soll ein effizienter, dem individuellen Lerntempo und Leistungsniveau des Kindes entsprechender Trainingsverlauf gewährleistet werden. Die Endfassung des Programms ist so gestaltet, dass das trainierende Kind die Übungen selbstständig bearbeiten und auch von im Bereich der Legasthenie-Therapie weniger qualifizierten Personen betreut werden kann.

Mehr Infos: https://www.lautarium.de/

Hinweis zur Evaluierung

 Die Wirksamkeit des Lautarium-Trainings wurde in mehreren empirischen Studien bestätigt. Die Effekte des Trainings mit Lautarium auf die phonologischen und Lese-Rechtschreibleistungen bei Drittklässlern mit Lese-Rechtschreibstörung wurden anhand eines Kontrollgruppendesigns mit drei Messzeitpunkten (Prätest – Posttest – Follow-up) analysiert. Es ließen sich deutliche und anhaltende Leistungsunterschiede zugunsten der Trainingsgruppe nachweisen. Auch Erst- und Zweitklässler mit und ohne Lese-Rechtschreibschwierigkeiten zeigten nach dem Training im Vergleich zu Kontrollgruppen signifikant stärkere Verbesserungen der phonologischen und schriftsprachlichen Leistungen.

Klatte, M., Steinbrink, C., Prölß, A., Estner, B.; Christmann, C. & Lachmann, T. (2014). Effekte des computerbasierten Trainingsprogramms "Lautarium" auf die phonologische Verarbeitung und die Lese-Rechtschreibleistungen bei Grundschulkindern. In: Schulte-Körne, G. (Hrsg.). Legasthenie und Dyskalkulie - Neue Methoden zur Diagnostik und Förderung (S. 127-144). Bochum: Winkler.

Lesespiele mit Elfe und Mathis (Lesen)

Dieses computerbasierte Fördertraining zu Graphem-Phonem-Korrespondenzen, Wortteilanalyse und –synthese sowie Leseverständnis wurde für Kinder der ersten bis sechsten Klasse entwickelt und dient der Einübung, Vertiefung und Automatisierung grundlegender Lesefertigkeiten. Es sollte als Ergänzung zum Unterricht oder als Ergänzung zu therapeutischen Maßnahmen eingesetzt werden.

Die erste Einheit des Trainings umfasst Übungen zur phonologischen Bewusstheit und Buchstabenkenntnis. In der zweiten Stufe werden Aufgabenstellungen zur Wortteilanalyse (Silben, Wortstämme) und zum schnellen Dekodieren eingeführt. Die dritte Stufe des Trainings enthält Leseverständnisübungen auf Satzebene und die vierte Stufe Leseverständnisübungen auf Textebene, um das sinnhafte Lesen zu trainieren.

Der Umfang des Trainings beträgt 20 Sitzungen à 20 Minuten. Die Förderung ist eingebettet in eine attraktive Rahmenhandlung. Darüber hinaus kann das Programm an den Leistungsstand des Kindes angepasst werden, beispielsweise indem die Ergebnisse standardisierter psychologischer Testverfahren (wie z. B. ELFE-II) eingegeben werden.

Mehr Infos: http://www.psychometrica.de/lesespiele.html

Hinweis zur Evaluierung:

Lenhard, W. & Lenhard, A. (2016). Evidenzbasierte Förderung schulischer Fertigkeiten am Computer: Lernspiele mit Elfe und Mathis. In W. Schneider & M. Hasselhorn (Hrsg.), Jahrbuch der pädagogisch-psychologischen Diagnostik: Tests und Trends 2016. Göttingen: Hogrefe.

Lesikus® (Lesen)

Die Lesikus®-Förderprogramme bieten Lernsoftware zu folgenden Bereichen an:

  • Buchstaben lernen
  • dauerhaftes Speichern der Buchstaben im Langzeitgedächtnis und blitzschnelles Abrufen der Buchstaben
  • Lesegenauigkeit
  • Übungen, Buchstaben zu Wörtern "zusammenzulauten"
  • Lesegeschwindigkeit
  • Automatisierung/Verinnerlichen der Lesefertigkeiten.

Lesikus® kann als Ergänzung zu einer professionellen Legasthenie-Therapie eingesetzt werden. Publizierte Studien zur Wirksamkeit für die Lese- und Rechtschreibleistung von betroffenen Kindern und Jugendlichen scheinen bisher nicht vorzuliegen.

Mehr Infos: http://www.lesikus.com/

Morpheus (Rechtschreiben)

MORPHEUS ist ein morphematisches, auf Sprachsilben ausgerichtetes Grundwortschatz-Trainingsprogramm, das aus einem PC-Programm, einem Übungsbuch, einem Merkspielpuzzle sowie einem Wortbaukasten mit den wichtigsten Wortstämmen, Vor- und Nachsilben besteht. Die einzelnen Teile des Programms sind miteinander kombinierbar.

Für die 4. bis 8. Klassenstufe konzipiert, setzt es die Beherrschung der Laut-Buchstaben-Zuordnung voraus. Nach einem festgelegten Stufenaufbau lernen Kinder einzelne Wortstämme, von denen anschließend die entsprechenden Einzelwörter abgeleitet werden. Diese Fähigkeiten sollen auch das übergeordnete Wissen in der Wortbildung sowie die Schreibkenntnisse auf eine Vielzahl von Wörtern erweitern.

Mehr Infos: https://www.testzentrale.de/shop/morphemunterstuetztes-grundwortschatz-segmentierungstraining.html

Hinweis zur Evaluierung

Die Wirkung des Trainingsprogramms auf die Rechtschreibleistung wurde in mehreren Studien überprüft. Die Ergebnisse belegen einen positiven Trainingseffekt für die morphematische Bewusstheit und die Rechtschreibleistung. Die Analyse oder Gliederung ganzer Wörter in ihre Morpheme (als kleinste bedeutungstragende Spracheinheit) kann ein besseres Verständnis der morphologischen Bedeutung in der Rechtschreibung bewirken. Das Computerprogramm wurde nicht isoliert evaluiert, kann jedoch als Ergänzung zu einer professionellen Legasthenie-Therapie eingesetzt werden.

Kargl, R., Purgstaller, C., Weiss, S., & Fink, A. (2008). Effektivitätsüberprüfung eines mophemorientierten Grundwortschatz-Segmentierungstrainings (MORPHEUS) bei Kindern und Jugendlichen. Heilpädagogische Forschung, 34, 147–156.

Meister Cody: Namagi (Lesen)

Meister Cody – Namagi bietet viele verschiedene Trainingsspiele, die sich an Forschungsergebnissen orientieren und deren Schweregrad sich individuell an die Leistung des Kindes anpasst. Jedes Trainingsspiel trainiert unterschiedliche Basiskompetenzen, und die Kinder werden genau in den Bereichen gefördert, in denen sie noch Unterstützung brauchen.

Diese onlinebasierte Förderung adressiert die Basiskompetenzen Phonologische Bewusstheit, Buchstabe-Laut-Zuordnung und Wortlesen. Das Ziel des Programmes ist die Verbesserung der Vorläuferfertigkeiten des Lesens und Rechtschreibens, sowie eine symptomorientierte Leseförderung. Durch die spielerischen Merkmale des Programmes, wie z.B. eine fantasievolle Rahmengeschichte und Belohnungen, wird auch die Lesemotivation der Kinder gefördert.

Die Software kann für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche (1. bis 4. Klasse) als Ergänzung zum Unterricht oder zu einer professionellen Therapie sowohl von Fachkräften als auch von Laien eingesetzt werden. Die Kinder trainieren selbstständig am Tablet.

Mehr Infos:  https://www.meistercody.com/produkte/namagi-legasthenie/

Hinweis zur Evaluierung

Eine Evaluationsstudie zeigte eine Steigerung der Lesefähigkeiten durch das Training.

Görgen, R., Huemer, S., Schulte-Körne, G., & Moll, K. (2020). Evaluation of a digital game-based reading training for German children with reading disorder. Computers & Education, 150, 103834.

Förderprogramme

Leseförderung

  • Dummer-Smoch, L., Hackethal, R. (2007). Kieler Leseaufbau. Kiel: Veris Verlag.
  • Forster, Martschinke (2008): Leichter lesen und schreiben lernen mit der Hexe Susi
  • Koschay, E. (2007/2014). RoLeR-Trainingsprogramm (Rostocker Lese-Rechtschreib-Trainingsprogramm).  Eigenverlag: Greifswald/Rostock.
  • Küspert, P., Schneider, W. (2017). Hören, lauschen, lernen 7. Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
  • Reuter-Liehr, C. (2020). Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung. 4. Auflage Bochum: Verlag Dr. Dieter Winkler.
  • Tacke, G. (2010). Flüssig lesen lernen. 1./2./3./4. Jahrgangsstufe. Ein Leseprogramm für den differenzierenden Unterricht, für Förderkurse und für die Freiarbeit.Donauwörth: Klett, Auer.
  • Tacke, G. (2019). Das 10-Minuten-Rechtschreibtraining. Programm zum Aufbau der Rechtschreibkompetenz ab Klasse 3. Grund- und Aufbaukurs.(12. Auflage) Donauwörth: Auer-Verlag.
  • Tacke, G. (2014). Leseverstehen trainieren mit kurzen, spannenden Geschichten. Leseförderung für das Üben zu Hause: ab Mitte Klasse 2/3/4. (4. Auflage). Donauwörth: Auer-Verlag.

Rechtschreibförderung

  • Dummer-Smoch, L., Hackethal, R. (2013). Kieler Rechtschreibaufbau. 5. Auflage. Kiel: Veris Verlag.
  • Koschay, E. (2014). RoLeR-Trainingsprogramm (Rostocker Lese-Rechtschreib-Trainingsprogramm) als Heftreihe: Kompendium zum Abbau von Schwierigkeiten beim Lesen und beim Rechtschreiben. Herausgeber: Behrndt/Hoffmann/Koschay. Eigenverlag: Greifswald/Rostock.
  • Reuter-Liehr, C. (2020). Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung. 4. Auflage. Bochum: Verlag Dr. Dieter Winkler.
  • Ritter C.; Scheerer-Neumann, G.: (2009) PotsBlitz. Das Potsdamer Lesetraining - Förderung der basalen Lesefähigkeiten. Köln: Prolog
  • Rosenlehner-Mangstl, A. (2008): LRS-Training mit Gustav Giraffe 1 und 2. Offenburg: Mildenberg-Verlag
  • Schulte-Körne, G. (2019). Das Marburger Rechtschreibtraining. 6. Auflage. Bochum: Verlag Dr. Dieter Winkler.
  • Stock, C. & Schneider, W. (2011). PHONIT: Ein Trainingsprogramm zur Verbesserung der phonologischen Bewusstheit und Rechtschreibleistung im Grundschulalter. Göttingen: Hogrefe.

 

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