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Vorstellung des Modellprojektes

"LISA"

Lerneinheiten individuell an Schüler anpassen"

Mit dem Modellprojekt LISA, will der BVL aktiv helfen, Ansätze zu erarbeiten, wie individuelle Förderung an der Schule zur Selbstverständlichkeit wird. Aktuell sieht die Situation leider oftmals anders aus, wie folgt beschrieben:

Die aktuelle Situation

  1. Lehrer werden bis heute im Rahmen der pädagogischen Ausbildung nicht ausreichend bzw. überhaupt nicht zum Thema Legasthenie und Dyskalkulie ausgebildet noch informiert.
  2. Die vielfältigen Lernstörungen von Schülern machen es Lehrern besonders schwer, Legastheniker frühzeitig zu erkennen und individuell zu fördern.
  3. Durch Lehrermangel wird an den Schulen kaum Förderunterricht angeboten und ist auch nicht auf die individuellen Anforderungen ausgerichtet.
  4. Der Förderunterricht wird in den meisten Fällen nicht den besonderen Anforderungen von Legasthenikern gerecht.
  5. Die fehlende Sensibilisierung der Lehrer zum Thema Legasthenie führt dazu, dass die Kinder meist eine Schulform besuchen müssen, die unter ihrem Begabungsniveau liegt.
  6. Die schulische Laufbahn von Legasthenikern verläuft oftmals unter einer hohen psychischen Belastung, da die Schüler, trotz meist guter Begabung, den Anforderungen unseres Schulsystems nicht gerecht werden.
  7. Insbesondere die Grundschulzeit ist problematisch, da hier die Grundfertigkeiten für das Lesen und Rechtschreiben erworben werden müssen und ein frühzeitiges Erkennen einer Legasthenie immens wichtig ist, um den betroffenen Schülern eine individuelle Förderung zukommen zu lassen.

Die Projektidee

Der BVL ist sich dessen bewusst, dass eine wirksame individuelle Förderung an den Schulen nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann, aber in den Aufgabenbereich der Schule gehört. Eine umfassende Schulung von Lehrkräften, die dann individuell auf die Anforderungen von Kindern mit einer Legasthenie eingehen können, bedarf eines langen Vorlaufs. Der BVL möchte dazu beitragen, dass Schulen Unterstützung erhalten, den betroffenen Schülern sofort Hilfe anzubieten, damit ihre schulische Entwicklung nicht weiter gefährdet ist.

Die Herausforderung liegt darin, dass möglichst viele Schüler von der individuellen Förderung profitieren, aber insbesondere die spezifischen Anforderungen von Kindern mit einer Legasthenie Beachtung finden. Das Zusammenspiel von Schule, Eltern und außerschulischer Hilfe (medizinisch, psychologisch oder lerntherapeutisch), nimmt dabei eine wichtige Rolle ein.

Erreicht werden soll, dass

Unser Projektpartner – Das Lernserver-Team

Der BVL als Selbsthilfeorganisation kann es nicht leisten, eigene Fördermaterialien zu entwickeln und vor allem beständig anforderungsgerecht weiterzuentwickeln und hat sich ausführlich mit den im Markt befindlichen Förderansätzen beschäftigt. Ganz entscheidend ist dabei die Umsetzbarkeit in der Schule unter der Prämisse, dass die Lehrkräfte ohne großen Schulungsbedarf mit diesen Unterrichts- und Fördermaterialien arbeiten können.

Die Auswahl ist deshalb auf den Lernserver (entwickelt von Prof. Schönweiss und Team, Universität Münster) gefallen, da er wertvolle Grundvoraussetzungen für uns mitbringt. Entscheidend bei dem Lernserver-Konzept ist, dass die Schulen dort abgeholt werden, wo sie aktuell stehen und eine kurzfristige und praktikable Umsetzung realisierbar ist.

Der Lernserver bietet folgende positive Ansätze

Besonderes Anliegen des Lernservers ist es, den Austausch zwischen Grundschulen und den Sekundarschulen zu unterstützen. Gerade der Übergang zur weiterführenden Schule kann dadurch für die Kinder fließender gestaltet werden. Lehrer der fünften Klassen können problemlos an den Förderbemühungen ihrer Grundschul-Kollegen anknüpfen. Mehr Informationen zum Lernserver finden Sie unter www.lernserver.de

Zielsetzung des Modellprojekts „LISA“

Das Ziel des Projektes ist, gemeinsam mit Schulen und Eltern neue Wege der individuellen Förderung auf dem Gebiet der Rechtschreibung mit Unterstützung des Lernservers zu erproben. Im Mittelpunkt steht das Bestreben, flexible, kooperative Förderszenarien zu entwickeln und die Lehrkräfte dabei zu unterstützen, die individuelle Förderung der Rechtschreibkompetenz mit der Verantwortung für die gesamte Klasse zu verbinden.

Eine besondere Rolle spielt dabei das Einbinden von Eltern, aber auch die klassen- und schulübergreifende Kooperation der Beteiligten. Die im Rahmen des Modellvorhabens „LISA“ entwickelten Konzepte und gewonnenen Erfahrungen sollen allen interessierten Schulen und Eltern als Anregung zur Verfügung gestellt werden.

Wie kann das Projekt umgesetzt werden?

Der BVL startet das Modellprojekt in Zusammenarbeit mit dem Lernserver-Team, bei dem herausgearbeitet werden soll, ob die Zielsetzungen des Projektes auch realisierbar sind. Um der Bandbreite unseres Bildungswesens möglichst gerecht zu werden, haben wir zunächst 20 Schulen dazu eingeladen, sich als Kooperations- bzw. Modellschulen für individuelle Förderung in das Projekt mit einzuklinken.

Gemeinsam mit interessierten Schulen, Eltern und außerschulischen Experten (Mediziner, Psychologen, Lerntherapeuten) soll damit ein Prozess angestoßen werden, der einerseits die individuelle Förderung aller Kinder berücksichtigt, andererseits aber die Interessen der besonders förderbedürftigen Kinder in den Mittelpunkt rückt.

Projektablauf

Wir hoffen, Ihnen einen umfassenden Überblick über dieses sehr praxisorientierte Projekt vermittelt zu haben. Sollten ergänzende Fragen bestehen, sprechen Sie uns gerne an. Wir werden Ihnen über unsere Homepage regelmäßig Einblicke in die praktische Arbeit an den Schulen zukommen lassen.

Annette Höinghaus
Projektleitung

Evaluation Teil 1

LISA – die Antwort auf PISA

Dokumentation, Erfahrungen und Perspektiven einer Bildungsinitiative. Eine Handreichung für Lehrkräfte und Elternvertreter

Link zur Evaluation

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