Vorstellung des Modellprojektes
"LISA"

Lerneinheiten individuell an Schüler anpassen"
- Die aktuelle Situation
- Unser Projektpartner – Das Lernserver-Team
- Zielsetzung des Modellprojekts „LISA“
- Wie kann das Projekt umgesetzt werden?
- Evaluation Teil 1
Mit dem Modellprojekt LISA, will der BVL aktiv helfen, Ansätze zu erarbeiten, wie individuelle Förderung an der Schule zur Selbstverständlichkeit wird. Aktuell sieht die Situation leider oftmals anders aus, wie folgt beschrieben:
Die aktuelle Situation
- Lehrer werden bis heute im Rahmen der pädagogischen Ausbildung nicht ausreichend bzw. überhaupt nicht zum Thema Legasthenie und Dyskalkulie ausgebildet noch informiert.
- Die vielfältigen Lernstörungen von Schülern machen es Lehrern besonders schwer, Legastheniker frühzeitig zu erkennen und individuell zu fördern.
- Durch Lehrermangel wird an den Schulen kaum Förderunterricht angeboten und ist auch nicht auf die individuellen Anforderungen ausgerichtet.
- Der Förderunterricht wird in den meisten Fällen nicht den besonderen Anforderungen von Legasthenikern gerecht.
- Die fehlende Sensibilisierung der Lehrer zum Thema Legasthenie führt dazu, dass die Kinder meist eine Schulform besuchen müssen, die unter ihrem Begabungsniveau liegt.
- Die schulische Laufbahn von Legasthenikern verläuft oftmals unter einer hohen psychischen Belastung, da die Schüler, trotz meist guter Begabung, den Anforderungen unseres Schulsystems nicht gerecht werden.
- Insbesondere die Grundschulzeit ist problematisch, da hier die Grundfertigkeiten für das Lesen und Rechtschreiben erworben werden müssen und ein frühzeitiges Erkennen einer Legasthenie immens wichtig ist, um den betroffenen Schülern eine individuelle Förderung zukommen zu lassen.
Die Projektidee
Der BVL ist sich dessen bewusst, dass eine wirksame individuelle Förderung an den Schulen nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann, aber in den Aufgabenbereich der Schule gehört. Eine umfassende Schulung von Lehrkräften, die dann individuell auf die Anforderungen von Kindern mit einer Legasthenie eingehen können, bedarf eines langen Vorlaufs. Der BVL möchte dazu beitragen, dass Schulen Unterstützung erhalten, den betroffenen Schülern sofort Hilfe anzubieten, damit ihre schulische Entwicklung nicht weiter gefährdet ist.
Die Herausforderung liegt darin, dass möglichst viele Schüler von der individuellen Förderung profitieren, aber insbesondere die spezifischen Anforderungen von Kindern mit einer Legasthenie Beachtung finden. Das Zusammenspiel von Schule, Eltern und außerschulischer Hilfe (medizinisch, psychologisch oder lerntherapeutisch), nimmt dabei eine wichtige Rolle ein.
- individuelle Förderung an der Schule von der Ausnahme zum Standard wird
- Lehrer dafür sensibilisiert werden, möglichst frühzeitig Kinder mit einer Legasthenie oder anderen Lernproblemen, die einen besonderen Förderbedarf haben, zu identifizieren
- Lehrern/Schulen in folgenden Bereichen Unterstützung angeboten wird:
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- Früherkennung von Lernschwierigkeiten und Legasthenie
- Integration individueller Förderkonzepte in die Schule
- Fachinformationen zu den besonderen Problemen von Legasthenikern und notwendige Maßnahmen zur Stützung dieser Kinder.
Unser Projektpartner – Das Lernserver-Team
Der BVL als Selbsthilfeorganisation kann es nicht leisten, eigene Fördermaterialien zu entwickeln und vor allem beständig anforderungsgerecht weiterzuentwickeln und hat sich ausführlich mit den im Markt befindlichen Förderansätzen beschäftigt. Ganz entscheidend ist dabei die Umsetzbarkeit in der Schule unter der Prämisse, dass die Lehrkräfte ohne großen Schulungsbedarf mit diesen Unterrichts- und Fördermaterialien arbeiten können.
Die Auswahl ist deshalb auf den Lernserver (entwickelt von Prof. Schönweiss und Team, Universität Münster) gefallen, da er wertvolle Grundvoraussetzungen für uns mitbringt. Entscheidend bei dem Lernserver-Konzept ist, dass die Schulen dort abgeholt werden, wo sie aktuell stehen und eine kurzfristige und praktikable Umsetzung realisierbar ist.
Der Lernserver bietet folgende positive Ansätze
- Mit Hilfe der Lernserver-Diagnose kann zu Beginn des Unterrichts festgestellt werden, wie es um den Leistungsstand der Klasse oder einer ganzen Stufe steht.
- So kann ermittelt werden, welche Voraussetzungen (z.B. im „Grundlegenden Bereich“ der Wahrnehmung) überhaupt erst noch herzustellen sind, damit für alle Kinder der je vorgesehene neue Lernschritt auch wirklich vermittelbar ist.
- Auch lassen sich darüber jene Kinder ‚herausfischen’, die aufgrund besonderer Lernschwierigkeiten (Legasthenie) eine intensive individuelle Betreuung benötigen.
- Über die Option „Gruppen-Diagnose“ können klassenübergreifend leistungshomogene Gruppen gebildet werden.
- Die Förderung kann im Rahmen des Unterrichts oder unterrichtsbegleitend durchgeführt werden.
- Die den Unterrichts-Entwürfen beigefügten Fördermaterialien könnten mit Hilfe der Lernserver- Diagnose und –förderung gezielt auf die unterschiedlichen Kompetenzen der Schüler abgestimmt und ergänzt werden.
- Der Lernserver erleichtert eine inhaltliche Verzahnung des regulären Unterrichts mit der Hausaufgabenbetreuung oder individuellen Förderung am Nachmittag.
- Mit Hilfe der Förder-CD kann die inhaltliche Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern erleichtert werden.
Besonderes Anliegen des Lernservers ist es, den Austausch zwischen Grundschulen und den Sekundarschulen zu unterstützen. Gerade der Übergang zur weiterführenden Schule kann dadurch für die Kinder fließender gestaltet werden. Lehrer der fünften Klassen können problemlos an den Förderbemühungen ihrer Grundschul-Kollegen anknüpfen. Mehr Informationen zum Lernserver finden Sie unter www.lernserver.de
Zielsetzung des Modellprojekts „LISA“
Das Ziel des Projektes ist, gemeinsam mit Schulen und Eltern neue Wege der individuellen Förderung auf dem Gebiet der Rechtschreibung mit Unterstützung des Lernservers zu erproben. Im Mittelpunkt steht das Bestreben, flexible, kooperative Förderszenarien zu entwickeln und die Lehrkräfte dabei zu unterstützen, die individuelle Förderung der Rechtschreibkompetenz mit der Verantwortung für die gesamte Klasse zu verbinden.
Eine besondere Rolle spielt dabei das Einbinden von Eltern, aber auch die klassen- und schulübergreifende Kooperation der Beteiligten. Die im Rahmen des Modellvorhabens „LISA“ entwickelten Konzepte und gewonnenen Erfahrungen sollen allen interessierten Schulen und Eltern als Anregung zur Verfügung gestellt werden.
Wie kann das Projekt umgesetzt werden?
Der BVL startet das Modellprojekt in Zusammenarbeit mit dem Lernserver-Team, bei dem herausgearbeitet werden soll, ob die Zielsetzungen des Projektes auch realisierbar sind. Um der Bandbreite unseres Bildungswesens möglichst gerecht zu werden, haben wir zunächst 20 Schulen dazu eingeladen, sich als Kooperations- bzw. Modellschulen für individuelle Förderung in das Projekt mit einzuklinken.
Gemeinsam mit interessierten Schulen, Eltern und außerschulischen Experten (Mediziner, Psychologen, Lerntherapeuten) soll damit ein Prozess angestoßen werden, der einerseits die individuelle Förderung aller Kinder berücksichtigt, andererseits aber die Interessen der besonders förderbedürftigen Kinder in den Mittelpunkt rückt.
- Vereinbarung mit 20 Modellschulen (Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen) zur Kooperation
- Einbindung der Klassenstufen 2-5
- Die gesamte Klassenstufe durchläuft einen Eingangstest (Rechtschreibprüfung), um den Leistungsstand der Klasse zu ermitteln und möglichst frühzeitig auffällige Kinder zu identifizieren
- Es wird in der Klasse oder an der Schule eine Gruppenförderung mit Hilfe der Lernserver-Materialien durchgeführt
- Kinder mit besonderem Förderbedarf werden identifiziert und spezielle Hilfen werden mit Unterstützung des Lernserverteams und des BVL besprochen bzw. angeboten
- Projektstart ist das Schuljahr 2006/2007
- Das Projekt wird zunächst auf 1 Jahr ausgerichtet. Bei positiven Ergebnissen werden bereits vor Projektablauf Maßnahmen eingeleitet, die eine Ausweitung des Projektes auf weitere Schulen ermöglichen sowie eine Fortführung bei den Modellschulen sicherstellen.
- Die Finanzierung des Modellprojektes läuft über den BVL mit der Unterstützung des Lernserver-Teams.
Wir hoffen, Ihnen einen umfassenden Überblick über dieses sehr praxisorientierte Projekt vermittelt zu haben. Sollten ergänzende Fragen bestehen, sprechen Sie uns gerne an. Wir werden Ihnen über unsere Homepage regelmäßig Einblicke in die praktische Arbeit an den Schulen zukommen lassen.
Annette Höinghaus
Projektleitung
Evaluation Teil 1
LISA – die Antwort auf PISA
Dokumentation, Erfahrungen und Perspektiven einer Bildungsinitiative. Eine Handreichung für Lehrkräfte und Elternvertreter

