Workshop WS 1
Prävention von Dyskalkulie - Frühförderung im arithmetischen Erstunterricht
Didaktischer Workshop für Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen
Dieser Workshop richtet sich an Lehrkräfte, die in ihrem Unterricht dem Entstehen einer Rechenschwäche entgegenwirken wollen. Der Kurs setzt elementare Kenntnisse des Themenbereichs „qualitative Dyskalkulie-Diagnostik“ voraus.
Eine aktive Prävention von Lernschwierigkeiten im Bereich Mathematik setzt eine Auseinandersetzung mit qualitativen Diagnostikinstrumenten voraus, wie sie in vorangegangenen Workshops behandelt wurden. Der Schwerpunkt dieses Workshops liegt nun in unterrichtspraktischen Hilfen für den Erwerb erster arithmetischer Einsichten – sei es nun innerhalb des Klassenverbandes oder im spezifischen Förderunterricht.
Ziel ist die Auseinandersetzung mit der Vermittlung von pränumerischen und arithmetischen Grundlagen, an denen es rechenschwachen Kindern so oft mangelt. Neben der kritischen Beleuchtung klassischer Ver-mittlungskonzepte soll erarbeitet werden, welche speziellen Schwierigkeiten Kinder beim Zahlbegriffs-erwerb haben können, wie diese gemeistert werden können und wie Lehrkräfte sinnvoll auf untaugliche Bewältigungsstrategien (wie z. B. das Fingerrechnen) Bezug nehmen können.
Die Schwerpunkte des Workshops sind:
- pränumerische Voraussetzungen des Zahlbegriffserwerbs
- kardinaler Zahlbegriff (Anzahlvorstellung) als Voraussetzung arithmetischen Verständnisses
- systematischer Einsatz von Zahlzerlegungen als Weg zum zählfreien Rechnen
- Bedeutung der Grundrechenarten als quantitative Veränderungen von Anzahlen
- Zusammenhang der Grundrechenarten Addition und Subtraktion: Umkehrung und Tausch
- Bedeutung der drei Vergleichssymbole innerhalb der (Un-)Gleichungsschreibweisen
- analytische Bearbeitung von Gleichungen mit Platzhaltern (sog. „Lückenaufgaben“)
- Systematisierung des kleinen Einspluseins als Voraussetzung der Zehnerüberschreitung
- Sachgerechter Einsatz von Veranschaulichungsmaterial im Lernprozess
Ziel des Workshops ist es, die Grundzüge der Arithmetik der Schuleingangsphase anzusprechen und Wege der Vermittlung der wesentlichen Kernkompetenzen zu diskutieren. Dies soll eine Hilfestellung bieten, bei der Erstunterrichtung bzw. im Förderunterricht die ersten arithmetischen Lernschritte inhaltlich fundiert zu erarbeiten.
Dieses didaktische Seminar richtet sich in erster Linie an Mathematik-Fachlehrkräfte. Doch auch denje-nigen, die Mathematik nicht studiert haben, kann hier eine Gelegenheit geboten werden, sich mit den arithmetischen Grundlagen zu beschäftigen.
Michael Wehrmann



